holzbauhalle zauner

weitraerstraße 251, 3920 groß gerungs

zeitraum: 2005
leistung: vorentwurf, entwurf, einreichung, ausführungsplanung
fotos: klemens huber
zauner gmbh

 

Grundsätzliches: 

Am 1 April 2004 ist ein Teil der Firmengebäude der Zauner GesmbH & CO KG, Bau- und Zimmermeister, 3920 Gr.Gerungs abgebrannt. Da die Vorfertigung von Holzhäusern – Schwerpunkt Passivhaus - in den letzten Jahren ein immer wichtigerer Geschäftszweig geworden ist und die vorhandene, gewachsene Struktur den neuen Anforderungen nur mehr in Teilen gerecht wurde, fiel die Entscheidung, eine komplett neue Holzbauhalle zu errichten.

Zu diesem Zweck wurde die an einer bestehenden Stützmauer teilweise vorhandene Dachkonstruktion abgebrochen und beim Wiederaufbau der abgebrannten Gebäudeteile mit Nutzung Baustofflagerhalle verwendet.

Anschließend wurde die Stützmauer mit Stahlbetonstützen auf 8m erhöht und parallel zur Stützmauer neue Stahlbetonstützen versetzt. Zwischen der Stützmauer und den neuen Stützen wurde die Primärkonstruktion aus BSH Fachwerkträgern gespannt. Zwischen dieser Primärkonstruktion wurden dann die Deckenelemente so versetzt, dass die Konstruktionshöhe der Fachwerkträger als Oberlichte dient. Dabei wurden die Lichtkanzeln so platziert, dass über den jeweiligen Hauptarbeitsbereichen der Lichteinfall von oben bestmögliche Ausleuchtung gewährt.

Vor die Stahlbetonstützen wurden Holzhohlkastenprofile in Riegelbauweise mit den entsprechenden Tor- und Fensteröffnungen gehängt. Durch das Ausblasen der Wandelemente mit Zellulose und das Aufbringen einer Wärmedämmung auf dem Foliendach kann die Halle zu einem späteren Zeitpunkt zu einer geheizten Halle aufgewertet werden. Als Annex wurde an einem Ende der Halle eine im Volumen kleinere, beheizbare Handwerkstatt in Holzriegelwandkonstruktion errichtet.

Entscheidungsmatrix
Stahlbetonstützen: konstruktiv sinnvoller Einsatz von Stahlbeton vor allem in Hinblick auf den späteren Einbau eines Hallenkranes
Fachwerkträger: in der betriebseigenen Zimmerei leicht herstellbar, die Konstruktionshöhe des Trägers als Oberlicht nutzen
vorgehängte Holzhohlkastenprofile: geringes Gewicht, in der betriebseigenen Zimmerei leicht herstellbar, etappenweise Ausführung möglich (ungedämmt – gedämmt)

Fassade: 
Die Figur der Hauptfassade ergibt sich aus folgenden Überlegungen:
1. Die Dachlinie ist das Ergebnis aus der Platzierung der Oberlichtkanzeln, damit eine optimale Ausleuchtung der Hauptarbeitsbereiche gewährleistet ist.

2. Die beiden niedrigen Tore sind auf die in der STVO vorgegebene maximale Transporthöhe ausgerichtet, das hohe Tor soll sicherstellen, dass auch hohe Sonderkonstruktionen aus der Halle abtransportiert werden können.

3. Die Handwerkstatt wird als thermisch und akustisch getrennter Annex ausgebildet, damit ein vom restlichen Betrieb ungestörtes Arbeiten möglich ist.

Die Materialwahl der Hauptfassade ergibt sich aus folgenden Überlegungen:
Die beiden Baukörper sollen entsprechend der Tätigkeiten, die in ihnen ausgeführt werden, unterschiedlich in Erscheinung treten: Die große Holzbauhalle in einer gewissen Rohheit, die Handwerkstatt proper.

Hauptfläche: 
- vertikale, sägerauhe Fichtenschalung
- preisgünstig
- in der Region heimisches Holz

Parapet: 
- zementgebundene Spanplatten
- preisgünstig
- spritzwasserfest

Tor: 
- Cortenstahlblech
- in der Materialität zu den anderen „rohen“ Materialien passend

Handwerkstatt: 
- rot gestrichene Dreischichtplatten, Fichte
- die „edle“ Oberfläche für „edle“ Arbeiten